1. Scene: Am Rande eines Waldes. Mondhelle Straßen und Felder; der Wald hoch und dunkel
2. Scene: Tiefstes Dunkel. Breiter Weg, hohe dichte Stämme
3. Scene: Weg noch immer im Dunkel. Seitlich vom Wege ein breiter heller Streifen
4. Scene: Mondbeschienene breite Straße, rechts aus dem Wald kommend. Wiesen und Felder

»Hier hinein?...« (1. Scene)

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»Ist das noch der Weg?« (2. Scene)

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»Da kommt ein Licht!...« (3. Scene)

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»Er ist auch nicht da...« (4. Scene)

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»Das Mondlicht...«

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»Aber so seltsam ist dein Auge...«

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»Du siehst wieder dort hin!...«

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»Für mich ist kein Platz da...«

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»Liebster, Liebster, der Morgen kommt...«

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>>> Libretto | Quellen

AUFFÜHRUNGSDAUER: ca. 29 Min.

LIBRETTO: Marie Pappenheim

FASSUNGEN:
Originalfassung (1909/1914)
eigenhändiger Klavierauszug (1909/1910)
Reduzierte Fassungen von Paul Méfano / Michel Decoust (2001) und Faradsch Karaew (2004)

VERLAG:
Universal Edition
Belmont Music Publishers (USA, Kanada, Mexico)

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»Schreiben Sie mir doch einen Operntext, Fräulein!« – August 1909: Schönberg verbrachte zusammen mit seiner Familie, Alexander von Zemlinsky, Alban Berg, Anton Webern und Max Oppenheimer in Steinakirchen bei Amstetten seinen Urlaub. In den Kreis um Schönberg wurde durch Karl Kraus und Zemlinsky die angehende Wiener Ärztin Marie Pappenheim eingeführt, die während ihres Medizinstudiums an der Universität Wien unter dem Pseudonym Maria Heim Gedichte schrieb und in der Niederösterreichischen Sommerfrische von Schönberg gefragt wurde, ein Libretto zu schreiben. Pappenheim, deren Gedichte 1906 von Kraus in der »Fackel« publiziert wurden, hatte im Juni 1909 promoviert und praktizierte danach als Dermatologin, weil sie »nicht als Lyrikerin durchs Leben wandern« wollte. Zwei Tage nach Schönbergs Anregung reiste sie zu Freunden nach Traunkirchen weiter und verfaßte innerhalb von drei Wochen den Text zum Monodram »Erwartung«: »Ich schrieb im Gras liegend mit Bleistift auf großen Bogen Papier, hatte keine Kopie, las das Geschriebene kaum durch.«
Bereits während der Bearbeitung des Textmanuskripts, das ihm Pappenheim in seinem Urlaubsdomizil übergab, notierte Schönberg gelegentlich musikalische Gedanken an verschiedenen Stellen; die erste Niederschrift des Particells entstand in der kurzen Zeit zwischen 27. August und 12. September 1909. (Es wurde später die Hypothese aufgestellt, der zahlenmystisch ambitionierte Komponist hätte die Opuszahl 17 anlässlich der Drucklegung durch die Universal Edition im Hinblick auf die siebzehntägige Entstehungszeit gewählt.) Die Partitur-Reinschrift ist mit 4. Oktober 1909 datiert. In einem Interview, das Marie Pappenheim 1949 gab, relativierte sie die in der Forschung lange vertretene Meinung, die konzeptionelle Idee zur »Erwartung« wäre von Schönberg ausgegangen: »Ich bekam weder einen Hinweis noch eine Angabe, was ich schreiben sollte (hätte ihn auch nicht angenommen).«
Die Etablierung des Einakters als autonome Gattungsform fand seinen Ausgangspunkt im Werk August Strindbergs, der von der Wiener Schule rezipiert wurde. Monodramatische Indikatoren sind der Verzicht auf Interaktionen zwischen Personen und die Reduktion von Handlungsabläufen: Merkmale, die in Pappenheims expressionistischem Drama in der höchstmöglichen Konsequenz zu Ende gedacht werden. Die Ich-Zentrierung nimmt auf dieser gleichsam »leeren« Folie die radikalste Form an: in Erwartung des Geliebten begibt sich die Frau auf die Suche und beschreitet Irrwege auf den Stationen von Ungewissheit – Erinnerung – Hoffnung – »illusionärer Verkennung« (Erwin Ringel) – Rationalisierung – Eifersucht – Trauer – und letztlich Sublimierung des Mannes, der nur als tote Requisite existiert. Die Tiefe des Waldesszenarios wird zum Projektionsraum von angsttraumatischen Zuständen – Finsternis, Gefahr, Bedrohung, Furcht, Einsamkeit, Grauen, Dunkel – und deutet die subjektive Leidenserfahrung, welche die Frau in vier Szenen zu durchleben hat, naturalistisch um.
Marie Pappenheims Sprachführung besteht aus parataktischen, desorganisierten Reihungen von fragmentarischen Sätzen, die Assoziationen in Form eines lyrischen Monologs aus der Psyche der Frau sich herauskristallisieren lassen: »Ich habe immer exaltiert geschrieben, ohne Richtung, Nachdenken, Zensur, seitenlang, zwischen den Versen andere Gedanken.« Die Auflösung der Syntax in der konzentrierten Monologsprache korrespondiert mit einer Befreiung von den funktionalen Strukturen der Tonalität. Kleine motivische Zellen sind einer permanenten Mutation unterworfen und werden vom inneren Impuls des Textes (rezitativische Bewegung ohne Wiederholung und Ruhepunkte) vorangetrieben. Tempi wechseln gemäß psychologischer Impulse der Angst, einer »seismographischen Aufzeichnung traumatischer Schocks« (Theodor W. Adorno).
Dezentralisation der Konsonanz, Abschaffung von Zentraltönigkeit und Kadenz – Merkmale der freien Atonalität – entsprechen der expressiven Ausdrucksfreiheit des Librettos. Am Schluss der vierten Szene wird durch Pappenheim eine inhaltliche Parallele zu John Henry Mackays Gedicht »Am Wegrand« vorgegeben, das Schönberg in seinem (noch tonalen) Lied op. 6 Nr. 6 vertont hatte, und nun in der Coda von »Erwartung« in einer variativen Umgestaltung der Liedzeile »Sehsucht erfüllt die Bezirke des Lebens« zitiert. Bei der Komposition des Monodrams dachte Schönberg konkret an die Stimme von Maria Gutheil-Schoder, die bei der Uraufführung seines Zweiten Streichquartetts op. 10 die Sopranstimme gesungen hatte: »Sie werden sich erinnern, daß ich Ihnen wiederholt von einem Bühnenwerk sprach, in dem eine Partie für Sie ist. Ein Monodram, nur eine, eine wirkliche Rolle, von mir als Gutheil-Partie gedacht.« (Brief vom 22. August 1913)
Bereits 1910 begann Schönberg mit dem Dirigenten Arthur Bodanzky vom Mannheimer Nationaltheater über eine Aufführung der »Erwartung« zu verhandeln. Die Planung verzögerte sich bis 1913 und scheiterte an der Unterbesetzung des Mannheimer Orchesters. Auch Gespräche mit der Wiener Volksoper (1910) und dem Wiener Akademischen Verband (1913) blieben erfolglos. Die Uraufführung fand erst am 6. Juni 1924 im Prager Deutschen Opernhaus im Rahmen des Musikfestes der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik unter Alexander von Zemlinskys Leitung statt und wurde in der Fachpresse als »Protest gegen den Opernkitsch« (»Signale für die musikalische Welt«) und »ungeheuer dichte Konzentrierung auf einen Seelenzustand« (»Die Musik«) gewürdigt.

Therese Muxeneder
© Arnold Schönberg Center

Libretto und Einführung als E-Book

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