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AUFFÜHRUNGSDAUER: ca. 4 Min.

VERLAG:
Universal Edition
Belmont Music Publishers (USA, Canada, Mexico)

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Schönberg komponierte diesen Marsch während seiner zweiten Militärzeit in Bruck an der Leitha für einen sogenannten Einjährigen-Kameradschaftsabend, wohl als eine Art musikalisch-kabarettistische Einlage. Oberflächlich betrachtet handelt es sich bei diesem Werk schlicht um einen Marsch in Es-Dur mit einem Trio in As-Dur, der die gewöhnlichen Merkmale von Marschmusik wie punktierte Rhythmen, Tonrepetitionen und Triller aufweist. Andererseits weist das Stück auch Eigenschaften auf, die unüblich für einen Marsch sind. Am auffälligsten davon ist das sogenannte »Tierkonzert«, das sich – allerdings nur in einer Quelle, nämlich in einem Nachtrag zur Klavierstimme – am Ende des Trios vor dessen Wiederholung befindet. Bereits in der ursprünglichen Fassung des vorletzten Taktes des ersten Trioschlusses, einem Tremolo-Akkord der Streicher in E-Dur, stellt eine ungewöhnliche harmonische Wendung nach Es-Dur dar. In der späteren Version wird dieser Takt durch ein langhingezogenes Trompetensignal im Klavier ausgeweitet, nach dem oder auch während dessen die Musiker offenbar Tierstimmen oder Schnarchlaute imitieren sollen. Wie diese Stelle realistisch ausgeführt werden soll, ist aus der Notation nur schwer zu schließen. An jenem Kameradschaftsabend der Uraufführung, bei der Schönberg auch als Musiker mitwirkte, kam es möglicherweise zu einer halb-szenischen Umsetzung. Jedenfalls kann die Kombination von Trompetensignal, Tierstimmen, wie sie ja in der Tat besonders am Abend zu hören sind, und Schnarchgeräuschen als Nachahmung des Zapfenstreichs gelten. Abgesehen von diesem äußerst ungewöhnlichen »Tierkonzert« ist an der Komposition noch auffällig, daß nur das Trio eine allerdings wirklich ausgesucht schmissige Marschmelodie und die für Militärmusik normalerweise charakteristische einfache und stabile Harmonik aufweist. Der Marsch selbst ist aus marschmusikartigen Floskeln zusammengesetzt, die sich nicht so recht zu einer echten Melodie verbinden wollen. Außerdem weist er eine durch relativ harte Übergänge verfremdet wirkende Harmonik auf. So endet etwa der erste Teil nach einer längeren f-Moll dominierten Passage in D-Dur. Im zweiten Teil, der stabiler an der Grundtonart Es-Dur festhält, sind einigen Melodiebögen Textfragmente unterlegt. Es scheint sich dabei um quodlibetartige kombinierte Zitate zu handeln, vielleicht von unter den Soldaten bekannten volkstümlichen Marschliedern, eventuell auch von Liedern, die ihrerseits schon Märsche parodierten. Der Anlaß für seine Entstehung, das »Tierkonzert«, die Verfremdungen, die mutmaßliche Liedzitate, aber auch der bombastische Titel lassen unzweifelhaft darauf schließen, daß es sich bei diesem Stück um eine Marschparodie handelt. Eine Einschätzung, in welchem Verhältnis dabei aber doch Ernst im Spiel ist, und wie die Parodie zu verstehen ist, fällt aber dennoch schwer. Obwohl auf der Hand liegt, daß es Schönberg um einen harmlos-heiteren Beitrag zu einer Abendunterhaltung ging, zeugt die Arbeit doch auch von einem gewissen Respekt, den Schönberg dem parodierten Genre, dem Militärmarsch, entgegenbringt.

(c) Arnold Schönberg Center

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