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>>> Quellen

AUFFÜHRUNGSDAUER: ca. 16 Min.

VERLAG:
Universal Edition
Belmont Music Publishers (USA, Canada, Mexico)

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Schönbergs Instrumentationen von zwei Choralvorspielen sowie Präludium und Fuge in Es-Dur von Johann Sebastian Bach fallen werkgeschichtlich in das Jahrzehnt seiner bahnbrechenden Gestaltung einer neuen „Methode der Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen“, die er mit dem hegemonischen Anspruch verband, damit der Musik des deutschen Sprachraums die „Vorherrschaft“ für ein weiteres Jahrhundert zu sichern. Bach, der für Schönberg immer aktuell war, bildete in diesem Geschichtsverständnis für Schönberg den Ausgangspunkt einer langen Traditionslinie: „Ich pflegte zu sagen: Bach ist der erste Zwölftonkomponist. Das war natürlich ein Scherz. […] Zweifellos besaß er einen tiefen Einblick in die verborgenen Geheimnisse von Tonbeziehungen. Er vermochte seine Gedanken gewiß klar und verständlich darzustellen.“ („Bach“, 1950)

Beim Studium der Werke Bachs, die Schönberg als Professor einer Meisterklasse für Komposition an der Preußischen Akademie der Künste in den 1920er Jahren auch im Unterricht als Anschauungsmaterial verwendete, analysierte er Form, Satztechnik und Kontrapunkt. Eine Vielzahl von freien Orgelwerken in der von ihm benutzten Ausgabe zeigt entsprechende Einträge, Korrekturen der Edition und Angaben zur Gestalt möglicher Bearbeitungen. 1928 – die Möglichkeiten der Zwölftonmethode waren in Werken für Soloklavier und Kammermusik bereits avanciert weiterentwickelt, Schönberg komponierte zudem an Orchesterwerken und der Oper „Moses und Aron“ – bearbeitete er Johann Sebastian Bachs monumentales Präludium und Fuge in Es-Dur (BWV 552) aus dem dritten Teil der „Clavier-Übung“ für Orchester. Wilhelm Furtwängler dirigierte am 10. November 1929 die Uraufführung mit dem Berliner Philharmonischen Orchester. Anton Webern, der am Tag darauf eine Aufführung in Wien geleitet hatte, berichtete seinem Lehrer enthusiastisch: „ist das ein unbeschreiblicher Klang! […] Ja wie ist das aber auch gesetzt. Herrgott, wie der Schluß der Fuge klingt!“ (Brief vom 13. November 1929) Schönberg hat in seiner Adaption des Werkes den Orgelcharakter symphonisch dynamisiert und die Registrierung nicht zu imitieren versucht, sondern die „Konstruktion des thematischen Aufbaus […] ausinstrumentiert“ (Erwin Stein). Die einzelnen Motive wandern als thematische Klangzellen durch die Instrumentengruppen, wodurch der Effekt einer „Klangfarbenmelodie“ entsteht, wie sie der Komponist in seiner „Harmonielehre“ von 1911 beschrieben hatte. „Ich habe mich dabei allerdings auf den Standpunkt gestellt, dass ich eine Transkription anfertige und mir wenigstens solche Freiheit gestatten sollte dürfen, wie Bach sich in Choralbearbeitungen gestattet.“ (Brief an Anton Webern, 13. November 1934)

© Terese Muxeneder
Arnold Schönberg Center

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