1. Wenn mein Schatz Hochzeit macht

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2. Ging heut' morgen übers Feld

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3. Ich hab ein glühend Messer    

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4. Die zwei blauen Augen

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>>> Quellen

AUFFÜHRUNGSDAUER: ca. 18 Min.

VERLAG:
Universal Edition
Belmont Music Publishers (USA, Canada, Mexico)

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Die genaue Entstehungszeit der »Lieder eines fahrenden Gesellen« ist kaum eindeutig zu bestimmen, vermutlich aber wurden sie während Mahlers Tätigkeit in Kassel zwischen Ende 1883 und Anfang 1885 niedergelegt. Die Unsicherheiten bei der Datierung haben ihren Grund: zum einen ist ungeklärt, ob Mahler die Texte selbst, in Anlehnung an Gedichte aus »Des Knaben Wunderhorn« oder an eine seinerzeit populäre Gedichtsammlung des Schriftstellers Rudolf Baumbach, verfaßte, zum anderen entstanden Textbearbeitung und Komposition ebenso wie eine Orchester- und eine Klavierfassung zum Teil parallel. Mahler verwendete zum Befremden eines zeitgenössischen, bürgerlich-aufgeklärten Publikums vermeintlich naive, zum Teil als banal empfundene Volksdichtungen. Die »Humoresken«, wie Mahler seine Lieder später bezeichenderweise nannte, obwohl sie vom Leid eines in der Fremde wandernden Liebenden - in deutlicher Parallele zu Schuberts »Winterreise« - künden, zeigen in vielgestaltigem, oftmals verstörendem Nebeneinander Trauer und Freude, sentimentale Emotion und bittere Ironie; daß sich zwischen solchen Gegensätzen im Werk weder eine aufgenötigte Kausallogik noch psychologische Begründungszwänge ausbilden wollen, verhindert die Glättung des Volkstones zur künstlichen »belle nature«. Das beständige Umarbeiten war für Mahler, der auch darin allzu einsinnigen und paßgerechten Lösungen mißtraute, Strategie: Die beiden Fassungen (zu je vier Liedern), die er 1897 publizierte, weichen nicht nur in der Instrumentation (hier für Gesang und Klavier, dort für Gesang und Orchester) voneinander ab, sondern auch in wichtigen kompositorischen Einzelheiten. Es handelt sich mithin nicht um ein im Particell abgeschlossenes, nachträglich orchestriertes Werk, sondern um eine Komposition, die sich den spezifischen Bedürfnissen des jeweiligen Klangkörpers anpaßt - und darin wesentlich auf die gesamte Satzstruktur zurückwirkt.
Als Gustav Mahler seine »Lieder eines fahrenden Gesellen« schrieb, ging der vierzehn Jahre jüngere Schönberg noch zur Schule und unternahm gerade seine ersten Kompositions-versuche. Möglicherweise war die nachgerade grenzenlose Verehrung, die Schönberg in späterer Zeit für den Menschen und Künstler Mahler entwickelte, jener Grund, aus dem er - 35 Jahre später und trotz mancher Divergenzen in künstlerischen Fragen - die Kammerfassung der »Gesellen«-Lieder selbst anfertigte, deren Uraufführung am 6. Februar 1920 im 43. Konzert des »Vereins für musikalische Privataufführungen« stattfand. Denn zumeist wurden im Verein Orchesterwerke aus pragmatischen Gründen in Fassungen für ein oder zwei Klaviere gespielt, und anderweitige Bearbeitungen deligierte Schönberg häufig an seine Schüler. Mahlers umfangreicher Orchestersatz, der laut Schönberg nicht instrumentiert, sondern »für Orchester erfunden« ist, sollte dabei in ein Werk für zehn Instrumente umgeschrieben werden. Für die Bearbeitung stellte Schönberg keine neue Partitur her, sondern trug seine Klangvorstellungen unmittelbar in die Noten der Erstausgabe ein. Er markierte so die bestehenden Stimmen mit den neuen Instrumentenbezeichnungen, wobei etwa die Tasteninstrumente Harmonium und Klavier aus praktischen Erwägungen oftmals den Bläser- und Harfenpart übernahmen. Dennoch entsteht insgesamt nie der Eindruck einer schematischen Vorgehensweise: Der Charakter jeder einzelnen Partie zeigt sich differenziert und flexibel nachgezeichnet, was oftmals etwa zu feingliedrig schattierten Instrumentenwechseln innerhalb einer einzigen Melodielinie führt. Durch die reduzierte Fassung tritt vor allem das thematisch-motivische Gewebe der Komposition pointierter in den Vordergrund, ganz im Sinne von Schönbergs Anspruch an die »fast beispiellose Sachlichkeit« und Ökonomie des Mahlerschen Klangbildes. Es handelt sich bei der Kammerfassung der »Gesellen«-Lieder kaum um eine Neuinterpretation des Werkes. Vielmehr war es die Absicht des Mahler-Verehrers Schönberg, den originalen Klang verlustlos in ökonomischere Verhältnisbestimmungen zu übertragen. Bereits in seiner Gedenkrede auf Mahler von 1912 hatte Schönberg selbstbewußt erkannt, wie man einem Vorbild dann am nächsten kommt, wenn man darum bemüht ist, gleichsam im anderen bei sich selbst zu sein: »Der Nachfolger setzt nicht nur den Inhalt, sondern auch die Intensität fort, das Erbe stets in entsprechendem Maße vermehrend. Diese Erbschaft verpflichtet, aber sie wird nur jenen auferlegt, die sie tragen können.«

Therese Muxeneder
© Arnold Schönberg Center

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